Michael Ortner

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GEO vs. SEO: Ist Generative Engine Optimization wirklich etwas Neues?

Marketing-Agenturen verkaufen aktuell vermehrt „GEO“ – Generative Engine Optimization – als neues Produkt für Unternehmen, die auch in KI-generierten Suchergebnissen sichtbar bleiben möchten.

Die Botschaft lautet oft: SEO reicht nicht mehr, jetzt müsse eine Website zusätzlich für künstliche Intelligenz optimiert werden.

Google selbst schreibt, dass die Optimierung für generative KI-Suche aus Sicht der Google-Suche weiterhin SEO ist. AI Overviews und AI Mode greifen auf Googles bestehende Search-Ranking- und Qualitätssysteme zurück.

Das bedeutet: Es gibt kein geheimes zweites Ranking-System nur für „GEO“.

KI wird nicht bei jeder Suche neu trainiert

Ein häufiger Denkfehler ist, dass ein KI-Modell bei jeder Anfrage neue Informationen „lernt“.

Das passiert nicht.

Das Modell wird vorher trainiert. Bei einer aktuellen Anfrage kann es jedoch zusätzlich Informationen aus Suchsystemen oder anderen Datenquellen abrufen und diese in die Antwort einbauen.

Google AI Search nutzt dafür unter anderem den bestehenden Google-Suchindex.

Das ist also nicht:

Frage → KI wird neu trainiert → Antwort

sondern eher:

Frage → Suche nach relevanten Informationen → KI verarbeitet diese → Antwort

Was ist mit FAQ-Seiten?

Auch FAQ-Seiten werden teilweise als besondere GEO-Maßnahme verkauft.

Eine gute FAQ kann natürlich sinnvoll sein, wenn sie echte Fragen von Kunden beantwortet.

Aber Google benötigt keine FAQ-Seite, damit Gemini oder AI Overviews eine Website „verstehen“.

Auch spezielles FAQ-Markup bringt keinen geheimen KI-Vorteil.

Google hat außerdem das frühere FAQ Rich Result am 7. Mai 2026 eingestellt. Das bedeutet nicht, dass FAQ-Seiten verboten oder nutzlos sind – lediglich die spezielle FAQ-Darstellung in den Suchergebnissen wurde entfernt.

Braucht man spezielles GEO-Markup?

Google sagt ausdrücklich, dass es für generative KI-Suchergebnisse kein spezielles Schema.org-Markup gibt.

Auch Dateien wie llms.txt, die teilweise als neue SEO-Technik für KI verkauft werden, bringen laut Google keinen Vorteil für die Google-Suche.

Was funktioniert stattdessen?

Im Grunde das, was gutes SEO schon immer ausgemacht hat:

  • technisch saubere und indexierbare Websites
  • hilfreiche Inhalte
  • klare Seitenstrukturen
  • Fachwissen und eigene Erfahrungen
  • originale Daten, Bilder oder Informationen
  • Inhalte, die Nutzern tatsächlich weiterhelfen

Gerade eigene Informationen werden wichtiger.

Ein allgemeiner Artikel wie „10 Tipps zum Hauskauf“ kann heute problemlos von einer KI erstellt werden.

Eigene Studien, Erfahrungen, Daten oder echte Fachkenntnisse sind dagegen deutlich schwerer zu ersetzen.

Ist GEO also nur Marketing?

Nicht komplett.

Wenn es um Sichtbarkeit in ChatGPT, Perplexity und anderen KI-Systemen geht, können zusätzliche Fragen entstehen, die über klassische Google-SEO hinausgehen.

Wenn eine Agentur jedoch behauptet:

„Sie brauchen jetzt GEO, damit Sie weiterhin bei Google gefunden werden“

sollte man genauer nachfragen.

Denn Google selbst sagt im Grunde:

Für Google Search bleibt GEO hauptsächlich SEO.

Die bessere Frage an eine Agentur lautet deshalb:

„Was macht ihr bei GEO konkret anders als bei eurem bisherigen SEO?“

Wenn darauf keine klare Antwort kommt, wird möglicherweise einfach bekannte SEO-Arbeit unter einem neuen Namen verkauft.