Netbird – die selbstgehostete alternative zu Tailscale

Ich habe mich die letzten Tage intensiver mit NetBird beschäftigt – und ich muss sagen: Wow. Das Teil ist wirklich beeindruckend.

In meinem Berufsalltag habe ich zwar immer wieder von Tailscale gehört, es selbst jedoch nie ausprobiert. Für mich ist es allerdings ein wichtiger Grundsatz, meine Daten unter eigener Kontrolle zu behalten und sie nicht großen Tech-Konzernen anzuvertrauen.

Über einen Discord-Server bin ich dann eher zufällig auf NetBird gestoßen. Da ich ohnehin schon länger darüber nachgedacht hatte, wie ich meine Systeme – Homelab, Colocation und weitere Standorte – möglichst einfach und zuverlässig miteinander verbinden kann, um sie zentral mit Check_MK zu überwachen, kam mir das wie gerufen. Also dachte ich mir: Einen Versuch ist es wert.

Um auch im Falle eines Ausfalls bei mir zu Hause oder in der Colocation weiterhin Zugriff auf meine Dienste zu haben, habe ich zusätzlich einen Server bei Netcup angemietet. Auf diesem läuft nun sowohl Check_MK als auch NetBird.

Für meine Anwendungszwecke ist der VPS 500 G12, gehostet in Wien, vollkommen ausreichend. Der Standort bietet eine sehr gute Konnektivität, und mit 60,48 € pro Jahr ist das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut überzeugend.

netcup.com

NetBird ist außerdem sehr schnell aufgesetzt. Man benötigt dafür im Grunde nur eine Domain, die auf den Server zeigt, z. B.:

netbird.example.com

Wenn man zusätzlich das Proxy-Feature nutzen möchte, erstellt man einen weiteren DNS-Record, z. B. proxy.example.com, sowie einen Wildcard-CNAME:

*.proxy.example.com → CNAME auf netbird.example.com

Voraussetzungen auf dem Server

Für die Installation benötigt man:

  • jq
    sudo apt install jq
  • curl
    sudo apt install curl
  • Docker (nach offizieller Anleitung)
    https://docs.docker.com/engine/install/

Installation

Der Installer ist ein interaktives Tool und führt Schritt für Schritt durch die Einrichtung:

curl -fsSL https://github.com/netbirdio/netbird/releases/latest/download/getting-started.sh | bash

Weitere Details findet man auch in der offiziellen Doku:
https://docs.netbird.io/selfhosted/selfhosted-quickstart

Erstes Login & Setup

Sobald alles installiert ist, kann man im Browser über netbird.example.com auf die Weboberfläche zugreifen und den ersten Admin-Account erstellen. Nach dem Login startet direkt das Setup – alles ist sehr gut erklärt und sauber Schritt für Schritt geführt.

Netbird Login
Peers Management

Server & Clients anbinden

Ich habe inzwischen alle meine Server und Clients mit NetBird ausgestattet. Wichtig zu wissen: Für Server eignet sich am besten die Variante über Setup Keys.

Dazu in der Management-WebUI auf Setup Keys gehen und NetBird anschließend auf dem Server mit folgendem Befehl starten:

Setup Keys Management
sudo netbird up --setup-key <SETUP_KEY>

Die Downloads für alle Clients findet man hier:
https://app.netbird.io/install

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